Bürgerdialog in Ribnitz-Damgarten: Landesregierung bleibt Antworten zu Pütnitz schuldig

Beim Bürgerdialog mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig am 28. April 2026 wurde erneut deutlich: Von dieser Landesregierung ist in Bezug auf das geplante Tourismusgroßprojekt auf Pütnitz offenbar keine kritische Neubewertung mehr zu erwarten.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen vor allem drei Themenbereiche: das geplante Volksbegehren zum Betreuungsschlüssel in Kitas, Windenergie — und Pütnitz.

Die Bürgerinitiative „Kein Massentourismus auf Pütnitz“ nutzte die Gelegenheit, um die Landesregierung direkt mit der zentralen Frage zu konfrontieren: Steht die Landesregierung weiterhin uneingeschränkt hinter dem Projekt?

Die Antwort blieb aus.

Ministerpräsidentin Schwesig verwies lediglich darauf, dass es ursprünglich zwei Gründe gegeben habe, das Projekt auf den Weg zu bringen: mehr Tourismusangebote für Familien und das Vorhandensein eines Investors. Anschließend wurde das Wort weitergegeben. Eine klare politische Aussage zur eigentlichen Frage — ob die Landesregierung angesichts der vielen bekannten Kritikpunkte weiterhin hinter dem Vorhaben steht — gab es nicht.

Auch auf die Frage, ob die bereits genehmigten Subventionen in Höhe von 45 Millionen Euro überhaupt ausreichen werden, wurde nicht konkret geantwortet. Stattdessen hieß es lediglich, man befinde sich in guten Gesprächen mit der Stadt.

Für uns ist nach diesem Bürgerdialog der Eindruck eindeutig: Die Landesregierung hält weiterhin an dem Projekt fest — kann es aber inhaltlich nicht mehr überzeugend begründen.

Seit Jahren weisen Bürgerinnen und Bürger, Fachleute und Umweltverbände auf die massiven Probleme des Vorhabens hin: die Belastung für Natur und Landschaft, die Auswirkungen auf die Region, die drohende Überforderung der Infrastruktur und die grundsätzliche Frage, ob ein solches Massentourismusprojekt überhaupt zu Ribnitz-Damgarten und zur Halbinsel Pütnitz passt.

Auf diese Argumente gab es auch beim Bürgerdialog keine tragfähige Antwort.

Statt einer offenen Auseinandersetzung mit den Sorgen der Menschen vor Ort erleben wir weiter ausweichende Formulierungen, Verweise auf Gespräche und das Festhalten an alten Begründungen. Das reicht nicht.

Pütnitz braucht keine politische Schönfärberei und keine weiteren Durchhalteparolen. Pütnitz braucht eine ehrliche Debatte darüber, welche Form von Entwicklung für unsere Region wirklich zukunftsfähig ist.

Die Bürgerinitiative „Kein Massentourismus auf Pütnitz“ bleibt dabei:

Wir wollen keinen Massentourismus auf Pütnitz. Wir wollen eine Entwicklung, die zur Region passt, Natur und Lebensqualität schützt und die Interessen der Menschen vor Ort ernst nimmt.

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