Transportstopp auf Pütnitz: Bürgerinitiative erzielt wichtigen Erfolg

Die Arbeiten der Altlastensanierung, der Gebäudeabriss und die Schwerlast-Transporte sind vorerst gestoppt, aber Naturzerstörung, Behördenversagen und neue Planungen bedrohen Pütnitz weiter.

Wir hatten am vergangenen Donnerstag darüber informiert, dass die Altlastensanierung auf Pütnitz wegen des Widerspruchs des VLA MV mit Unterstützung unserer Bürgerinitiative unterbrochen wurde.

Trotz des Widerspruchs gingen die Transportarbeiten auf den Lagerflächen der Altlastensanierung ungebremst weiter. Unsere Bürgerinitiative hatte gemeinsam mit dem VLA MV deshalb am letzten Sonntag eine Anzeige gegenüber dem Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) sowie der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Vorpommern-Rügen Anzeige wegen der Fortführung der Arbeiten gestellt.

Diese Anzeige wurde neben der Ignoranz gegenüber den Rechtsfolgen des eingelegten Widerspruchs vor allem mit massiven Verstößen gegen geltendes Naturschutzrecht begründet, die mit einer Fortführung des Betriebes und der damit einhergehenden Transporte von kontaminierten Aushub einhergeht, z.B.

1. Gefahr der Tötung von Amphibien
Zwischen den beiden Lagerflächen befindet sich ein Stillgewässer, das zugleich Lebensraum von Amphibien ist (Kleiner Wasserfrosch, Teichfrosch). Durch die gerade stattfindende Amphibienwanderung ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Tiere durch den LKW-Verkehr getötet werden.

default

2. Störung der auf Pütnitz brütenden Kraniche
Die Kraniche sind zurück auf Pütnitz. Dies beweist das nachfolgende Foto, das am 21.3. in der Nähe des Brutgebietes aufgenommen werden konnte. Die Kraniche sind wie alle Vögel aktuell in Ihrer gesetzlich geschützten Fortpflanzungsphase, in der sie nicht gestört werden dürfen. Die Arbeiten auf den Lagerflächen und die Schwerlasttransporte verursachen massive Geräuschemissionen von bis zu 110 Dezibel und visuelle Störungen.

Unsere Anzeige scheint Erfolg gehabt zu haben, da heute keine Transportarbeiten mehr auf Pütnitz stattgefunden haben und auch keine Schwertransporte der beauftragten Transportfirma durch Damgarten gefahren sind.

4. Kein Grund zur Freude
Unsere Bürgerinitiative hat es geschafft, dass aktuell – entgegen der Planung der Stadt Ribnitz-Damgarten – keine Arbeiten der Altlastensanierung, kein Abriss der Gebäude und keine Transportarbeiten mehr stattfinden. Dies ist ein großer Erfolg, der nur möglich gewesen ist durch einen sehr hohen finanziellen und zeitlichen Einsatz. Besonders möchten wir uns bedanken bei den Experten für die betroffenen Tierarten, die uns in den Verwaltungsstreitigkeiten unterstützen und den Spendern.

Trotzdem ist heute für unsere Bürgerinitiative kein Grund zur Freude aus folgenden Gründen:

  • Die nunmehr eingestellten Arbeiten hätten nicht erst Ende März sondern bereits Anfang Februar von den zuständigen Behörden gestoppt werden müssen. Es ist uns unerklärlich wie die zuständige untere Naturschutzbehörde beim Landrat Herrn Kerth solche Genehmigungen erteilen konnte, die offensichtlich rechtswidrig sind.
  • Es ist uns nicht gelungen den Schilfgürtel von Pütnitz vor seiner Zerstörung durch die Stadt Ribnitz-Damgarten zu bewahren. Es ist ein Skandal, dass hierzu Genehmigung durch die Untere Naturschutzbehörde von Herrn Kerth erteilt wurden, obwohl diese Behörde wußte, dass damit von Gesetzes wegen ganzjährig geschützten Nester von Brutvögeln zerstört und keine einzige Ersatzmaßnahmen vor der Zerstörung umgesetzt wurde.
  • Nach wie vor beabsichtigt die Stadt Ribnitz-Damgarten eine Verlängerung der Arbeiten bis Ende Mai und hat dafür bereits das Einverständnis der Unteren Naturschutzbehörde. Es ist derzeit unklar, ob die Stadt Ribnitz-Damgarten ihre Arbeit fortsetzen kann.

Für die Fortsetzung unserer Arbeit sind Spenden sehr wichtig. Im Gegensatz zu den Befürwortern des Massentourismus auf Pütnitz (Landesregierung, Landrat Vorpommern-Rügen und Bürgermeister von Ribnitz-Damgarten), die ihre Arbeit für den Massentourismus mit unseren Steuergeldern finanzieren, sind wir allein auf private Spenden angewiesen. Sie können gern Ihre Spende auf unser Konto überweisen. Eine Spendenquittung können wir als gemeinnützig anerkannter Verein ausstellen.

Kein Massentourismus auf Pütnitz. Für unsere Heimat e.V., DE79 1505 0500 0102 1149 19, Sparkasse Vorpommern

oder über Paypal

Schreibe einen Kommentar